4. Projekte
4.1 Projekt - der etwas andere Unterricht
Ein Projekt ist eine Form von Unterrichtsgestaltung, bei der ein aktuelles und gesellschaftlich relevantes Thema zum Unterrichtsgegenstand wird. Gemeinsam planen Schüler und Lehrer die Umsetzung des Themas unter Einbeziehung weiterer Unterrichtsfächer, außerschulischer Institutionen, Experten und gegebenenfalls auch der Eltern. Das Ergebnis der Projektarbeit wird öffentlich präsentiert. Ein Projekt erfordert daher neben fundierten Fachkenntnissen vor allem auch Planungsvermögen, Teamfähigkeit und Kreativität - Kompetenzen, die im heutigen Berufsalltag mehr denn je gefordert werden. Den Schülern bietet ein Projekt Gelegenheit, all das zeigen zu können, was sonst noch so in ihnen steckt.
4.2 Ausstellung und Beratung „Förderung einer gesunden Trinkkultur“
Im Rahmen des Projektes führte eine Fachoberschulklasse eine
selbsterarbeitete Ausstellung zur Bedeutung von Wasser für Mensch und
Umwelt durch. Gleichzeitig bereitete eine zweite Fachoberschulklasse Beratungsunterlagen für ein gesundes Trinkverhalten vor und beriet in persönlichen Gesprächen Schüler(innen). Beide Aktionen waren ein gelungener Anstoß, den ebenfalls im Rahmen dieses Projektes neu installierten Trinkbrunnen bekannt zu machen.
selbsterarbeitete Ausstellung zur Bedeutung von Wasser für Mensch und
Umwelt durch. Gleichzeitig bereitete eine zweite Fachoberschulklasse Beratungsunterlagen für ein gesundes Trinkverhalten vor und beriet in persönlichen Gesprächen Schüler(innen). Beide Aktionen waren ein gelungener Anstoß, den ebenfalls im Rahmen dieses Projektes neu installierten Trinkbrunnen bekannt zu machen.
4.3 Bilaterale Schulpartnerschaft „Demenzerkrankung und Pflege im Alter“
Wir, die Klassen 12FOG1 und 12FOG2 der Fachoberschule Fachrichtung Gesundheit führten gemeinsam mit unseren zehn Gastschülerinnen aus der Beruflichen Schule für Tourismus und Dienstleistungen in Šilutė/Litauen das COMENIUS-1-Fremdsprachenprojekt „Demenzerkrankung und Pflege im Alter“ durch.
Projektziele waren das Kennenlernen von Betreuungsmöglichkeiten für Demenzkranke unter Nutzung von deren verbliebenen Ressourcen und von pflegerischen Konzepten zur Verbesserung von deren Lebensqualität, die Sensibilisierung für die Probleme von Demenzkranken und ihren pflegenden Angehörigen und der Vergleich der landestypischen Pflege und Einrichtungen für Demenzkranke.
Nach einer intensiven Informationssammlung zum Thema erlebten wir in der Altenhilfe Wetter die Umsetzung des person-zentrierten Pflegekonzepts. Außerdem besuchten wir die Wohngruppe für Demenzkranke, eine Alternative zur vollstationären Pflege. Durch den Bericht von pflegenden Angehörigen bekamen wir einen sehr persönlichen Eindruck von der Problematik betroffener Familien. Darüber hinaus informierte uns der Vorsitzende der Alzheimer Gesellschaft Marburg-Biedenkopf e. V. über die breite Palette der Hilfsangebote für Betroffene und Angehörige.
Höhepunkt des Projekts war die Herstellung kreativer Beschäftigungsangebote für demenzkranke Menschen in unterschiedlichen Stadien, die wir während eines offenen Seniorennachmittags in der Altenhilfe Wetter den Betroffenen übergaben.
Neun Schüler(innen) von uns und die begleitenden Lehrkräfte besuchten für zwei Wochen unsere Partnerschule in Šilutė. Dort informierten wir uns in verschiedenen Einrichtungen über die Pflege demenzkranker Menschen in Litauen. Es war beeindruckend, wie unterschiedlich der Umgang mit Demenzkranken in beiden Ländern ist. Anschließend wurden auch hier Beschäftigungsangebote hergestellt und eine Anleitungsmappe für alle assoziierten Partner erarbeitet, damit jede Einrichtung bei Bedarf ihr Beschäftigungsangebot selbst erweitern kann.
4.4 Bilaterale Schulpartnerschaft „Leben mit Sehbehinderung“
Im Comenius-Fremdsprachenprojekt „Leben mit Sehbehinderung“ befassten wir uns neben den anatomischen, physiologischen und pathologischen Grundlagen des Sehens und der Sehbehinderungen vor allem mit den Lebensumständen von Sehbehinderten in verschiedenen Ländern (hier Spanien und Deutschland im Vergleich), der Behindertengesetzgebung, sowie den staatlichen oder privaten Institutionen zur Unterstützung der Sehbehinderten. Gemeinsames Projektziel war das Kennenlernen von Fördermöglichkeiten und Selbstorganisationsformen von Sehbehinderten in den beiden Partnerländern und die Sensibilisierung für die Problematik von Sehbehinderten im Alltag. Eine zentrale Frage begleitete das Projekt: Führen spezielle Einrichtungen für Sehbehinderte eher zur Integration oder eher zur Isolation der betroffenen Menschen? Vor den Weihnachtsferien hat eine Schülergruppe eine 14-tägige Exkursion nach Mierés /Turón in Spanien unternommen, um sich dort zusammen mit Schülern der spanischen Partnerschule I.E.S. Valle de Turón mit den Lebensbedingungen für Sehbehinderte in dieser Region auseinander zu setzen. Die spanische Schülergruppe hat uns vom 22.03. – 05.04.2006 besucht. Gemeinsam mit den spanischen Gästen arbeiteten wir an verschiedenen Themen wie z.B. „Marburg eine sehbehindertengerechte Stadt?“, „Isolation oder Integration von Sehbehinderten?“ und „Vielfalt der Sinne“. Besuche der Blista, Sammlung eigener Erfahrungen als „Blinde“, Diskussion mit Blinden und ein Besuch des Dialogmuseums in Frankfurt waren interessante und bereichernde Erlebnisse. Zusätzlich wurde den Gästen ein touristisches Rahmenprogramm geboten. Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit haben wir auf einer Webseite und in Form einer Ausstellung dokumentiert. Die Präsentation erfolgte sowohl in unserer Schule als auch im Instituto „Valle de Turón“.
4.5 Radiosendung „Rückenschmerzen“
Uff - so viele Menschen und das bereits in unserm Alter leiden an Rückenschmerzen! Das bestätigte auch die statistische Auswertung unserer Umfrage in Marburg mit insgesamt 250 Befragten. Wieso nur?
Organische Veränderungen an der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfall oder Skoliose sind häufig die Ursache. Doch auch Osteoporose ist längst keine Krankheit des alten Menschen mehr. Daneben können nicht-organische Ursachen Rückenschmerzen auslösen: Stress, Mobbing am Arbeitsplatz und sogar zu viel Schonung und Rumliegen.
Mit einer Sendung im Radio Unerhört Marburg RUM 90,1 zum Thema Rückenschmerz wollten wir gezielt Menschen unseres Alters über Ursachen, Risiken, Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Unseren besonderen Dank gilt Frau J. Glombiewski, Diplom Psychologin am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Philipps-Universität Marburg, für ihren Besuch und Vortrag in der Klasse und vor allem für ihre Beteiligung an der Radiosendung.
4.6 Aufklärungsfilm „Arteriosklerose“
In Anbetracht der aktuellen Alterspyramide und der derzeitigen Situation vieler alter Menschen in Deutschland stellten wir uns die Frage "Können wir bis ins hohe Alter gesund und fit bleiben? Können wir unsere Selbstständigkeit und Unabhängigkeit erhalten?" Dazu begaben wir uns zunächst auf die Suche nach den Ursachen für Krankheit und Hilfsbedürftigkeit im Alter. Überrascht hat uns alle, dass meist eine einzige Ursache bereits in jungen Jahren Ausgang für viele typische Alterserkrankungen ist: die Arteriosklerose - und das, obwohl sie so leicht zu vermeiden wäre. Wenn "wir" das verstehen, können "andere" das auch! So entstand die Idee, einen Film über die Gefahren der Arteriosklerose und Tipps zur Vorbeugung zu machen. Aber, dass es so schwer sein würde, hatte keiner von uns geahnt. Wir erstellten das Konzept, warfen es um, erstellten es neu, schrieben das Drehbuch und schlüpften in die Rollen von Maskenbildnern, Schauspielern und Statisten. Trotz der vielen Arbeit, hat es sehr viel Spaß gemacht: Schule mal ganz anders. Und, dass der Film am Ende richtig super wurde verdanken wir auch der Unterstützung von Profis, der Medienproduktionsfirma art & weise und der AOK. An dieser Stelle nochmals vielen Dank!
4.7 Informationsstand „Risikofaktoren Herzinfarkt“
Ein Zeitungsartikel in der Oberhessischen Presse vom 1.11.2001 weckte bei uns den Wunsch, das Thema Herzinfarkt im Gesundheitsunterricht zu behandeln. So erfuhren wir, dass die Risikofaktoren weit verbreitet sind, fatalerweise aber von den Betroffenen meist gar nicht wahrgenommen werden. Da nun ein Zeitungsartikel meist rasch in Vergessenheit gerät und niemanden direkt anspricht, wollten wir eben Menschen persönlich und direkt ansprechen und sie auf ihr persönliches Herzinfarkt-Risiko aufmerksam machen. In Zusammenarbeit mit der Schlossbergapotheke Marburg gestalteten wir zum Abschluss der Unterrichtsreihe am Donnerstag, den 24.01.2001, einen Info-Stand im Erlenring-Center, wo wir mittels Fragebogen, Blutdruck- und Blutzuckermessung jedem interessierten Passanten ein persönliches Risikoprofil erstellten und somit gezielt Tipps zur Vorbeugung des Herzinfarkts geben konnten. Der Info-Stand war reichlich besucht, sehr oft gelobt und für uns alle ein voller Erfolg.


