Organspendeausstellung der Klasse 12 BSA 3
Am 27.01.05 veranstaltete die Klasse 12 BSA 3 der Käthe-Kollwitz-Schule eine Ausstellung zum Thema Organspende.
Dieses Thema war Schwerpunkt unserer Arbeit im Unterricht. Es wurde viele Schulstunden dafür gearbeitet und jede Gruppe recherchierte selbstständig für ihr Thema.
In Gruppenarbeit bereitete die Klasse Plakate zu den Themen Ethik, Niere, Leukämie und Organhandel/künstliche Organe vor.
Die Veranstaltung fand um 10:30 Uhr bis 12:30 Uhr im Raum A15 statt.
Das Programm begann mit 3 Referaten. An dieser Stelle möchten wir noch einmal den 3 Referenten, namens Herr Schmitt, Herr Hofmann, Herr Bormuth danken. Wir haben uns sehr gefreut, dass sie erschienen und einen Vortrag zu unserem Thema gehalten haben.
Später hatten die eingeladenen Klassen, Lehrer und Besucher noch Zeit sich die Ausstellung anzuschauen. Es gab 4 Stände zu den jeweiligen Schwerpunkten, die mit Plakaten, Infomaterial und Zusatzmaterial ausgestattet waren.
Für den Hunger zwischendurch gab es auch noch gesponsorten Kuchen der Bäckerei Kraft aus der Marbach und Süßigkeiten an den Ständen.
Die Ausstellung war gut besucht und es wurde teilweise großes Interesse am Thema Organspende gezeigt.
Zu Besuch waren auch die Zeitungen Oberhessische Presse, Marburger Neue Zeitung und die Schülerzeitung.
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Niere
Die Niere ist ein paarig angeordnetes, bohnenförmiges Organ, das durch die Bildung des Harns Gifte und Endprodukte des Stoffwechsels ausscheidet. Beim Menschen liegen die Nieren unterhalb des Zwerchfells, das Gewicht variiert zwischen 120-200 g. Jede Niere wird von einer aus der Aorta entspringenden Arterie mit Blut versorgt.
Funktionen der Niere
- Entgiftung
- Regulation der Körpersalze (Elektrolyte)
- egulation der Körperflüssigkeit
- Regulation des Blutdrucks
- Hormonproduktion
Mit der Harnproduktion wird der Körper entgiftet und das Gleichgewicht des Körperwassers und der -salze aufrecht erhalten.
Wenn die Niere nicht mehr funktioniert, führt dies zu einer langsamen Vergiftung des Menschen. Die betroffenen Menschen müssen den Entgiftungsprozess mit Hilfe einer Dialyse durchführen: mehrmals in der Woche wird man ein das Dialysegerät angeschlossen. Und es dauert dann jeweils mehrere Stunden, bis das gesamte Blut durch das Gerät geschleust und gereinigt worden ist. In der Regel ist eine Berufstätigkeit nicht mehr möglich. Welche Einschränkungen mit einer solchen Nierenerkrankung verbunden sind, das ist für einen gesunden Menschen nicht vorstellbar. Oft ist die Nierentransplantation die einzige Rettung. Nicht wenige Menschen sehen in einem Freitod den einzigen Ausweg aus ihrer Situation.

Leukämie
Bei der Leukämie handelt es sich um eine Bluterkrankung, bei der die weißen Blutkörperchen vermehrt im Blut vorkommen. Sie breiten sich im Knochenmark aus und verdrängen dort die Neubildung anderer Blutzellen, deren Anzahl reduziert ist. Das Knochenmark stirbt ab da es zu wenig Sauerstoff bekommt. Akute Leukämien sind lebensbedrohliche Erkrankungen, die unbehandelt in wenigen Wochen bis Monaten zum Tode führen können. Chronische Leukämien verlaufen meist über mehrere Jahre und sind im Anfangsstadium häufig symptomarm.
Knochenmarkspende
Wer kann Knochenmark oder Blutstammzellen spenden?- Alle gesunden Personen im Alter zwischen 18 und 58 Jahren
- Man muss eine Einverständniserklärung ausfüllen und 15ml Venenblut spenden.
- Bei der jeweiligen Gemeindeunfallversicherung. Zusätzlich wird eine Unfall- und Lebensversicherung durch die Spenderdatei abgeschlossen.
- DKMS = Deutsche Knochenmarkspenderdatei
oder
- Blutspendedienst - Hessen GmbH
- passender Spender muss gefunden werden
- umfangreiche ärztliche Untersuchungen vom Spender und Empfänger
- wenige Tage vor der OP bekommt der Empfänger Chemotherapie und Bestrahlungen um das kranke Knochenmark ab zu töten
- meistens schon einen Tag nach der Transplantation erfolgt die Entlassung aus dem Krankenhaus
- Bei der Ersttestung übernehmen die Krankenkassen die Kosten
- Nein ! Knochenmark oder Blutstammzellen sind freiwillig und unentgeltlich

Organhandel
Unter den Begriff ORGANHANDEL versteht man die illegale Entnahme oder Vergabe bzw. Transplantation von Organen und Gewebe.
Der ORGANHANDEL wird von allen Ärzten verurteilt.
Leider wird die Armut und Not von Menschen in einigen Teilen der Welt missbraucht. In Indien beispielsweise werden von dubiosen "Organvermittlern" arme Slumbewohner zu einer "Nierenspende" überredet und diese erhalten dafür ca. 500 EUR. Die Nierenempfänger in den reichen Länden zahlen etwa 12.500 EUR für eine Transplantation. Der größte Teil der Empfänger kommt aus den arabischen Staaten, weil es dort kaum Organspender gibt. Allerdings sind in den letzten Jahren vermehrt auch Patienten aus Deutschland ohne Wissen bzw. Zustimmung ihrer behandelnden Ärzte nach Indien oder in andere Länder gefahren und haben sich eine Niere gekauft. Nicht wissend, welchen Gefahren (AIDS, Hepatitis und anderen Infektionskrankheiten) sie sich damit aussetzen.
Obwohl der ORGANHANDEL in Indien durch ein Gesetz verboten ist, werden jährlich ca. 1500 Nieren exportiert. Für die so genannten "Organvermittler" ist es kein Problem, notariell eine "Schenkung" zwischen Spender und "Empfänger" zu dokumentieren, und hinterher erfolgt unter der Hand eine Geldübergabe zwischen den beteiligten Personen. Das Argument, dass die armen Organspender durch den Verkauf ein besseres Leben führen könnten, trifft nicht zu. Am Ende bleiben durch eine unzueichende Nachsorge große gesundheitliche Schäden und durch vorherige Schulden keine finanziellen Vorteile übrig. Die deutsche Justiz und die Transplantationszentren verurteilen diesen ORGANHANDEL auf das äußerste und missbilligen jede Form der Ausnutzung zur illegalen Organerlangung.
Künstliche Organe: Suche nach Spenderorganen auf anderen Wegen
Vor 30 Jahren wurde zum erste Mal ein menschliches Herz verpflanzt. Man hoffe so, vielen Menschen ein längeres Leben ermöglichen zu können. In den vergangen Jahren retteten so gespendete Organe unzählige Menschenleben. Doch die Wartelisten sind lang und werden immer länger. Weltweit wird darum fieberhaft nach Alternativen zur Organspende gesucht.
Ersatzorgane aus Kunststoff
Künstliche Gelenke und Prothesen ersetzen längst viele geschädigten Extremitäten. Geeignete Materialien verhindern in der Regel auch ihre Abstoßung durch das Abwehrsystem der Patienten. Auch die Blutwäsche (Dialyse) ist seit langem Routine. Das Dialysegerät - eine Art Ersatzorgan außerhalb des Körpers - bewahrt so manchen Patienten, der auf eine Spenderniere wartet, vor dem Tod. Auch künstliche Herzen überbrücken die Wartezeit auf ein gespendetes Organ. Aus Kunststoff und Metall lassen sich jedoch nur rein mechanische Organe herstellen.

Ethik
Wir organisierten bei der Organspendeausstellung am 27. Januar 2006 den Stand zum Thema Ethik.
Wir hoffen, wir konnten die anwesenden Gäste gut informieren und ihnen - das war uns in Anbetracht des Themas besonders wichtig - eine angenehme und nachdenkliche Atmosphäre bieten. Dazu dienten Kerzen, Tücher, Gebäck und ein Kreuz.
Für diejenigen, die an diesem Tag nicht da sein konnten, möchten wir die für uns zentralen Gedanken kurz zusammen fassen:
- viele Menschen haben Angst davor, dass für sie nicht alles menschenmögliche getan wird zur Erhaltung ihres Lebens, wenn sie als potentieller Organspender zwischen Leben und Tod stehen.
- Diese Angst ist unbegründet, weil ein Organ grundsätzlich nur nach Eintritt des (Hirn-)todes entnommen werden darf.
- Zentral bei der Organspende ist immer das Prinzip der Freiwilligkeit.
- Oft ist die Organspende für die betroffenen Menschen die einzige Chance zu überleben.
Unser Referent, Herr Bormuth, erläuterte in seinem 15minütigen Referat seine Haltung als Theologe und Pädagoge und beeindruckte alle durch sein fachliches Wissen und seine ethische Haltung. Ergänzend zu seinem Vortrag stellten wir auf drei Plakaten weitere Informationen zu Themen wie Hirntod, Organspende und die Sicht auf Organspende in anderen Kulturen und Religionen vor.
An der von uns initiiierten Umfrage nahmen leider nicht alle Anwesenden teil, schade.
Trotz dieser kleinen Enttäuschung hat uns das Projekt sehr viel Spaß gemacht und wir danken allen, die unseren Stand besucht haben.
Nun noch die Ergebnisse unserer Umfrage, an der sich 18 Mitschüler beteiligten:
1) Würden Sie selber ein Organ spenden?
Ja: 16
Vielleicht: 2
Nein: -
2) Welche Organe würden Sie spenden?
Alle: 13
Nur bestimmte: Knochenmark: 1; Niere: 3; Haut: 1
Kein Herz: 3
3) Würden Sie zustimmen, dass die Organe Ihres Kindes im Falle eines Todes transplantiert würden?
Ja: 8
Vielleicht: 5
Nein: 5
4) Was würde es für Sie bedeuten, ein Organ eines Verstorben zu besitzen?
Die überwiegende Mehrheit wäre sehr dankbar, würde es als eine neue Lebenschance sehen, Verbundenheit zu seinem Spender spüren aber hätten auch ein komisches Gefühl dabei.
Ein kleiner Teil der Befragten war ziemlich unentschlossen und enthielt sich.
5) Besitzen Sie einen Spenderausweis?
Ja: 3
Nein: 15
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| Unser Stand | Herr Bormuth |








