Fachmann/ -frau für Systemgastronomie - ein Beruf mit Zukunft
Allgemeines
Der staatlich anerkannte Ausbildungsberuf (BBiG) „Fachmann/-frau für Systemgastronomie existiert seit 1998 in Deutschland.
Arbeitsfelder sind in Unternehmen gegeben, die ein standardisiertes, zentral gesteuertes Gastronomiekonzept mit Filialen betreiben. Es handelt sich um eine kaufmännische Managementausbildung im Gastgewerbe.
Die Dauer der Ausbildung umfasst 3 Jahre, kann aber auch mit entsprechender Leistung und mit Zustimmung des Betriebes verkürzt werden. Die Ausbildung ist im dualen System organisiert, d. h. neben der betrieblichen Ausbildung durchlaufen die Schüler/ innen parallel die Berufsschule.
Hier an der Käthe-Kollwitz-Schule in Marburg findet der Unterricht jede dritte Woche von Montag bis Donnerstag statt.
Die Betriebe, z.B. aus den Marktsegmenten Fast-Food, Fullservice, Handelsgastronomie, Freizeit- und Erlebnisgastronomie, Kaffeehausgastronomie etc., kommen als Ausbildungstätten in Betracht.
Welcher Schulabschluss ist notwendig?
Offiziell reicht ein Hauptschulabschluss. Liest man jedoch die
Anforderungen in den Stellenausschreibungen für Auszubildende, stellt man
fest, dass fast immer Abitur oder ein guter Realschulabschluss gewünscht wird.
Welche Eigenschaften sollte ein/-e Bewerber/-in mitbringen?
Der Beruf Fachmann/-frau für Systemgastronomie erfordert ein rasches Auffassungsvermögen, ein Erkennen von betrieblichen Zusammenhängen sowie Team- und Kommunikationsfähigkeit. Außerdem sollte man eine natürliche Freundlichkeit besitzen und Sinn für systematische Arbeitsabläufe sowie Organisationstalent haben.
Weiterhin ist es wichtig, belastbar und stressresistent zu sein. Arbeiten unter Druck sollte dem/ der Bewerber/-in nichts ausmachen.
Fremdsprachen sind in der Gastronomie immer von Vorteil. Da man manchmal zwischen zwei oder drei Filialen „springen" muss, ist also auch auf Mobilität ein Augenmerk zu richten. Außerdem muss man bereit sein, im Schichtdienst, also z.T. auch am Wochenende oder Nachts zu arbeiten.
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung?
Die Bezahlung richtet sich nach dem Verband in dem die Betriebe organisiert sind, d. h. es gelten die Verträge des Bundesverbandes der Systemgastronomie oder der DEHOGA. Kleinere Betriebe, welche keinem Verband angehören, sind meist nicht tarifgebunden.
Was lernt man während der Ausbildung?
Der Berufsschulunterricht der Käthe-Kollwitz-Schule hat einen allgemein- sowie berufsbildenden Teil und wird in der Grundstufe meist mit anderen gastgewerblichen Berufen unterrichtet. In der Fachstufe 1 und 2 erfolgt die Spezialisierung auf klassische systemgastronomische Ausbildungsinhalte.
Der allgemeinbildende Teil besteht aus Deutsch, Politik und Wirtschaft, Englisch (Zusatzqualifikation möglich) und Französisch (Wahlfach). Um seine Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen, kann man an Austauschprogrammen mit Partnerschulen der Käthe-Kollwitz-Schule im Ausland teilnehmen.
Der berufsbildende Teil besteht
aus verschiedenen Lernfeldern, wie Arbeiten in der Küche, Service und Magazin,
Beratung und Verkauf, Marketing, Wirtschaftsdienst, Warenwirtschaft,
Personalwesen, Systemorganisation sowie Steuerung und Kontrolle betrieblicher
Abläufe.
Im Unterricht wird der Lerninhalt an sogenannten „Lernsituationen" (betriebliche Situationen werden aufgenommen) erarbeitet. Dazu finden zur Veranschaulichung des Unterrichts Projekte und Exkursionen statt.
Ein Highlight der Ausbildungszeit ist der Nationale Azubi-Award, der nach dem Vorbild der Deutschen Jugendmeisterschaft entwickelt wurde und seit 2002 im Rahmen des Forums für Systemgastronomie während der Messen Hogatec und Anuga stattfindet. Eine Übersicht aller bisherigen Azubi-Award Gewinner seit dem Jahr 2002 gibt es auf der Azubi-Award Gewinner Seite im Internet. Von der Käthe-Kollwitz-Schule sind erfolgreiche Azubi-Award-Teilnehmerinnen: Jana Borchart (2007), Janine Weise (2008), Margarita Pfeil (2009).
Welches Ziel sollte nach der Ausbildung erreicht sein?
Fertig ausgebildete Fachleute für Systemgastronomie sollten in der Lage sein, vielfältige Aufgaben im Betrieb zu bewältigen:
- unmittelbarer Kunden-/Gästekontakt (Beratung, Verkauf, Service ...)
- Produktion
(Herstellung von Speisen und Gerichten)
- Aufgaben im administrativen Bereich
(Sicherstellung von Qualitätsstandards, Organisation von Arbeitsabläufen,
Planung und Organisation des Personaleinsatzes ...)
- Arbeiten in der Verwaltung (z.B. Durchführung von Marketingmaßnahmen ...) und Buchhaltung.
Auf welche Stellen kann man sich nach der Ausbildung bewerben?
Nach erfolgreicher Ausbildung kann man sich auf Führungspositionen im Restaurantmanagement bewerben, etwa als Vorarbeiter, Schichtführer, Restaurantassistent oder eventuell als Restaurantleiter. Denkbar ist auch eine Übernahme eines Betriebes als Franchisenehmer. Aber auch Positionen abseits der Restaurants sind denkbar, z. B. in der Unternehmensverwaltung. Allerdings sind hier einige Praxisjahre und eine stete Weiterbildung von Vorteil.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
Die Weiterbildungsmöglichkeiten für Systemgastronomen sind so vielfältig und spannend wie der Beruf selbst. Hier z. B. an der Käthe-Kollwitz-Schule in Marburg führt die Hotel- und Touristikfachschule zum/ zur staatlich geprüften Betriebswirt/in. Weiterhin gibt es die Möglichkeiten sich zum Betriebswirt für Verpflegungssysteme, der Systemgastronomie aber auch zum Fachwirt im Gastgewerbe und noch vieles mehr fortzubilden.
Klasse 12 Sy 2008/2009