Unsere Ziele
Der Erwerb interkultureller Kompetenz ist heute ein wichtiges Bildungsziel, ganz besonders im Rahmen der beruflichen Bildung.
Was versteht man unter interkultureller Kompetenz?
Menschen mit dieser Kompetenz
- haben eine offene Haltung (attitude) Personen aus anderen Kulturen gegenüber, sind wissbegierig und gehen davon aus, dass für sie „befremdliches" Verhalten nicht in erster Linie in böser Absicht geschieht sondern im Zusammenhang mit deren kulturellen Werten und Erfahrungen steht,
- haben geographische, politische und kulturelle Kenntnisse (knowledge), die sie befähigen, ihre Erfahrungen mit Menschen aus anderen Kulturkreisen zu verstehen und einzuordnen und
- besitzen Fertigkeiten (skills), die sie in die Lage versetzen, mit Menschen unterschiedlicher Herkunft in Kontakt zu treten, zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten
Warum braucht man interkulturelle Kompetenz?
Als Arbeitnehmer
- Im Beruf ist heute Mobilität gefragt, unsere Auszubildenden und Studierenden sollten deswegen soweit wie möglich für Tätigkeiten im Ausland qualifiziert werden.
- Wer nicht im Ausland arbeitet, hat zunehmend mit Firmen aus dem Ausland zu tun und/oder arbeitet im Rahmen internationaler Gesellschaften oder wegen der steigenden Zahl von Deutschen mit Migrationshintergrund mit KollegInnen aus unterschiedlichen Kulturkreisen zusammen.
- Nicht zuletzt wird der Umgang mit Klienten und Kunden aus unterschiedlichen Kulturen immer mehr zur Selbstverständlichkeit.
Als Bürger und Privatperson
- Über wirtschaftliche Notwendigkeiten hinaus halten wir im Zuge des Zusammenwachsens der Staaten Europas zur EU und dem Zeitalter der Globalisierung die Erziehung unserer Studierenden zu Europäern und Weltbürgern für besonders wichtig.
- Gleichzeitig finden wir auch im Inland eine sich immer stärker differenzierende Gesellschaft vor, in der Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Lebensstilen, Bedürfnissen und Wertvorstellungen nicht nur zusammen arbeiten sondern auch friedlich zusammenleben sollen. Nicht umsonst ist das Motto der Käthe-Kollwitz-Schule „Vielfalt ist unsere Stärke".
In einem vierminütigen Film der Nationalen Agentur des Bundesinstituts für Berufsbildung werden die Chancen und Möglichkeiten der beruflichen Lernaufenthalte in Europa sehr anschaulich dokumentiert.
Wie kann man interkulturelle Kompetenz erwerben?
- Wichtig ist, dass das entsprechende Wissen in vielen verschiedenen Unterrichtsfächern vermittelt wird, sei es nun im Sprach-, Politik- oder Ethikunterricht, um nur einige Fächer zu nennen. (Vergl. dazu z.B. den Lehrplan in der Europaklasse der Fachschule für Sozialpädagogik)
- Darüber hinaus sind fächerübergreifende Projekte, Arbeitsgemeinschaften und Veranstaltungen wichtiger Bestandteil interkulturellen Lernens. An der KKS gibt es dafür viele Beispiele, z.B. die Weltladen-AG.
- Klar ist aber auch, dass Wissen nicht ausreicht. Ohne praktische Erfahrungen und deren Reflexion kann man weder Einstellungen überprüfen und entwickeln noch sich Fertigkeiten aneignen. Und aus diesem Grund bemüht sich die Käthe-Kollwitz-Schule darum, möglichst vielen Studierenden und Auszubildenden solche Erfahrungen im In- und Ausland zu ermöglichen.
Was tut die KKS, um diese Ziele zu erreichen?
Schon seit mehr als 15 Jahren gehören internationale Projekte an der KKS zum Schulleben dazu.
Wichtigster Erfolgsfaktor war und ist dabei das große Engagement außerordentlich vieler Kolleginnen und Kollegen - mehr als 20 sind regelmäßig in internationale Projekte im weitesten Sinne eingebunden. Diese Pädagoginnen und Pädagogen schaffen es auch immer wieder, unsere Schülerinnen und Schüler und Studierenden zu begeistern und zu eigenem Engagement zu motivieren.
Dies bedeutet für die beteiligten Lehrkräfte immer zusätzliche Arbeit. Immerhin stehen zwei der knappen Entlastungsstunden aus dem Schuldeputat für internationale Aufgaben zur Verfügung. Außerdem sind zwei A-14 Stellen für das Aufgabenfeld vorgesehen, wobei eine zur Zeit vakant ist.
So ist es kein Wunder, dass der Bereich „Internationales" im Schulprogramm der Käthe-Kollwitz-Schule an zentraler Stelle verankert ist.
Neu ist der Qualitätszirkel „Internationales", der sich als einer von vier Qualitätszirkeln unserer Schule im Schuljahr 2009/10 konstituiert hat. Er hat die Aufgabe, diesen Bereich im Sinne einer „Internationalisierungsstrategie" zu begleiten, zu koordinieren, zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Dabei geht es ganz und gar nicht darum, das „Rad neu zu erfinden" sondern darum, Informationen und Ideen auszutauschen, Aktivitäten zu bündeln, Synergieeffekte zu nutzen, Inhalte in Bezug auf die aktuelle politische und fachlichen Diskussionen „zuzuspitzen", den dafür notwendigen Unterstützungs- und Fortbildungsbedarf zu definieren und Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben.
Unsere Arbeit hat Anerkennung gefunden. So wurde die KKS inzwischen für den Zeitraum 2009-2013 mit dem Leonardo Mobilitätszertifikat ausgezeichnet.
Wir beteiligen uns außerdem am Innovationswettbewerb der Vereinigung der Hessischen Unternehmerverbände (VHU) 2010.