Aktuelle Informationen aus dem Bereich Sozialwesen

 

 

Erzieherinnen und Erzieher werden von der Käthe-Kollwitz-Schule verabschiedet

Ermutigung auch mal gegen den Strom zu schwimmen
Am Freitag den 28. August erhielten 102 Absolventinnen und Absolventen der Fachschule für Sozialwesen ihre Zeugnisse als staatlich anerkannte Erzieherinnen und Erzieher. Aufgrund der aktuellen Situation wurden sie nicht, wie üblich im großen Rahmen verabschiedet, wo Familienangehörige und die Anleiterinnen und Anleiter aus den Praxisstellen dabei waren. So fand die Feierlichkeit allein mit den betreuenden Lehrkräften und in kleineren Gruppen statt.

Verabschiedung der Berufspraktikant*innenVerabschiedung der Berufspraktikant*innenVerabschiedung der Berufspraktikant*innen

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„Käthe in Form“ auf neuen Wegen – Die Klasse 12 FOS3 folgt bei der Sternwanderung dem Weg von „Hexen, Hebammen und Heiligen“

An einem außergewöhnlichen Lernort – dem sogenannten „Hexenturm“ auf der Nordwestecke des Landgrafenschlosses – trafen sich die 19 Schülerinnen und Schüler der Fachoberschulklasse 12 FOS 3 der Käthe-Kollwitz-Schule am 3. September 2020. Von dort aus nahm die Marburger Professorin Dr. Marita Metz-Becker die Jugendlichen mit auf eine faszinierende Zeitreise. „Hexen, Hebammen, Heilige“ unter diesem Motto stand die zweistündige Stadtführung, die den Jugendlichen einen Einblick in die Welt des Mittelalters und der Frühen Neuzeit vermittelte.

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In den Jahren 1550 bis 1866 diente der dreigeschossige Geschützturm auf dem Schlossberg als Gefängnis. „Der letzte Insasse war Ludwig Hilberg, der eine Frau auf grausame Weise getötet hatte und für diese Tat 1864 hingerichtet wurde“, erklärte Professorin Marita Metz-Becker. Den Namen „Hexenturm“ trägt das historische Gebäude deshalb, weil im 17. Jahrhundert dort Frauen eingesperrt wurden, die wegen Hexerei angeklagt waren. „Im Marburger Staatsarchiv sind zahlreiche Akten von sogenannten Hexenprozessen zu finden, die zwischen 1650 und 1660 in Marburg stattfanden“, so die Wissenschaftlerin. „Die neuere Forschung zeigt, dass es sich dabei vor allem um ältere Frauen handelte, die nach dem Tod des Mannes verarmt und deshalb auf die Fürsorge der Dorfgemeinschaft angewiesen waren.“ Die Hexenverfolgung habe sich dazu geeignet, diese „Versorgungsfälle“ loszuwerden. Das magische Denken – der Glaube an den negativen Einfluss des Teufels, mit dem sich die „Hexen“ einließen, um ihren Mitmenschen zu schaden – war weit verbreitet. „Einerseits wurde auf die Hilfe dieser Frauen, die oft in der Heil- und Kräuterkunde sehr bewandert waren, zurückgegriffen, aber wenn die Medizin oder die heilenden Sprüche keine Wirkung zeigten bzw. die Kuh dann trotzdem starb, erklärte man sie zum Sündenbock“, erläuterte Marita Metz-Becker. Bereits die Haft in dem kalten, dunklen „Hexenturm“ sollte der Peinigung der angeklagten Frauen dienen. Zusätzlich wurden sie auf grausamste Weise gefoltert, bis sie dann ein falsches Geständnis ablegten und zugaben, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Erst mit der Aufklärung kommt der Gedanke der Resozialisierung von Straftätern auf und es werden Gefängnisse errichtet.

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Die zweite Station der Stadtführung war die Elisabethkirche, die zwischen 1235 und 1283 als Grabeskirche zu Ehren der Heiligen Elisabeth von Thüringen errichtet wurde. „Dieses gotische Bauwerk ist ein Kleinod für jeden Kunsthistoriker und dient bis heute als Pilgerstätte für viele Gläubige“, so die Kulturwissenschaftlerin. Nach dem Tod ihres Mannes Ludwig von Thüringen kam die Landgräfin Elisabeth 1228 nach Marburg. Sie folgte dem Ideal der Armutsbewegung des Franziskus von Assisi und errichtet in Marburg ein Hospital, in dem sie selbst bis zur Erschöpfung die Kranken pflegte, so dass sie bereits im Alter von 24 Jahren verstarb. Im Zuge der Reformation wurden die sterblichen Überreste Elisabeths aus der Kirche entfernt. Das Grab selbst und der Elisabethschrein sind aber noch zu sehen.

Direkt neben der Elisabethkirche befindet sich die sogenannte „Accouchieranstalt“, ein Geburtshaus, das in der Zeit der Aufklärung entstand. „Während die Geburtshilfe in den Jahrzehnten zuvor in den Händen der Hebammen lag, beanspruchten nun die Ärzte diesen Bereich für sich“, erklärte Marita Metz-Becker. „Freiwillig wollte aber keine Frau dort ihr Kind zur Welt bringen, deshalb wurde ein Gesetz erlassen, dass unehelich schwangere Frauen dort entbinden mussten.“ Dem Geburtsvorgang wohnten meist Medizinstudenten bei und es wurden verschiedene Instrumente der „Geburtshilfe“ an den Frauen erprobt, was eine unvorstellbare Qual darstellte.

Die Fachoberschülerinnen und -schüler waren sehr beeindruckt von dieser besonderen Zeitreise, die ihnen vor allem die Lebenssituation von Frauen in früheren Zeiten vergegenwärtigte. Das Thema „Rollenbilder in der historischen Entwicklung“ ist Teil des Lehrplans im Fach Deutsch, so dass die Stadtführung eine gute Verbindung zum Unterricht darstellte.

Nicht nur die Fachoberschulgruppe war an diesem 3. September 2020 in der Stadt unterwegs. Auf dem „Emil-Behring-Pfad“, dem „Grimmpfad“, rund um das Schloss oder den Marktplatz waren zahlreiche Lerngruppen der Käthe-Kollwitz-Schule zu finden. Die „Sternwanderungen“ bildeten einen Bestandteil des traditionellen Aktionstages „Käthe in Form“, der immer am dritten Donnerstag des neuen Schuljahres durchgeführt wird und der zur Stärkung des sozial Miteinanders in den Klassen und der gesamten Schulgemeinde dient sowie den Profilschwerpunkt „Gesundheitsförderung“ in Fokus des schulischen Lebens rückt.

Kunst im Wald – Amateurkünstler in Aktion

Dies war zu Beginn des Schuljahres für die Klasse 03FSO6 der Fachschule für Sozialwesen das Motto bei einem weiteren Besuch im Jugendwaldheim Roßberg. Die Studierenden brachten sich ein als Kunstfälscher, indem sie mit den Materialien des Waldes berühmte Bilder nachahmten. Als Modeschöpfer_innen verwandelten Sie sich in Waldfeen, schmückten die Bäume des Waldes und entwickelten Mitmachgeschichten aus dem Wald. Vieles von dem, was die Studierenden unter Leitung von Mechthild Klenner erlebt und erfahren haben, können Sie nun in die Pädagogische Praxis umsetzen. Die Teilzeitklasse besucht an drei Tagen der Woche eine pädagogische Einrichtung und an zwei Tagen in der Woche die Schule. Am Ende dieses Schuljahres wird die Klasse die theoretische Abschlussprüfung zum/zur Staatlich anerkannten Erzieher/in absolvieren.

Berühmte Gemälde "nachgemalt"

FSO6 im botanischen Garten Marburg - Heilkräuter und Co...


Im Rahmen des Bewegunstages unter dem diesjährigen Motto „Käthe in Form mal anders“ besuchten die Studierenden der Fachschule Sozialwesen, 03FSO6, den Neuen Botanischen Garten in Marburg. Sie folgten interessiert den Ausführungen von Frau Dr. Kerstin Demuth, die in ihrer Führung den Bereich der Nutzpflanzen erläuterte, einige besondere Exemplare von Bäumen vorstellte und auf die verschiedenen Bereiche des Botanischen Gartens hinwies.
Besonders spannend fanden die Studierenden die intensiv duftenden Heilkräuter, eine Erfahrung mit allen Sinnen. Sie konnten hier ihre Kenntnisse über Vorkommen und Wirkung der Heilkräuter vertiefen. Ein Spaziergang durch die Fahnenschlucht, den Rhododendronwald, die Vegetation in Südamerika oder Asien und ein Blick in das Gewächshaus ergänzten den Vormittag. Es gab reichlich Gelegenheit zum Austausch, was die Studierenden nach der langen Schulpause sehr begrüßten.

HeilkräuterFreilandgartenSeerosen

Angehende Erzieherinnen der Teilzeitklasse besuchen Workshop „Der Wald mit allen Sinnen“

Unser "Klassenraum" im Jugendwaldheim

 

Am 31.08.2020 traf sich die Teilzeitklasse 03FSO5, um im Roßberger Wald einen Workshop zum Thema „Der Wald mit allen Sinnen“ zu besuchen. Dieser wurde von Mechthild Klenner vom Jugendwaldheim Roßberg geleitet und führte die Studierenden durch unterschiedliche Methoden und Übungen, um die Sinne Hören, Sehen, Fühlen mit naturpädagogischen Angeboten anzusprechen.

Nicht nur das Wetter war entsprechend gut, auch die Stimmung in der Gruppe und das gemeinsame Erfahren von und Einlassen auf die unterschiedlichen Angebote zeugten vom Spaß am Lernen außerhalb des Klassenraumes. So zeigte sich bereits in der Abschlussreflexion der Wunsch der Studierenden, das erworbene Wissen in der Praxis anwenden, als auch das Jugendwaldheim wieder besuchen zu wollen.

Sammeln unterschiedlicher NatrumaterialienDer Spiegelgang im Wald